Samstag/Sonntag, 23./24. November 2019
16.00 Uhr in der reformierten Kirche Dietikon

Es nahmen teil:
Stadtmusik Dietikon (SMD) als Gastgeberin, Dirigent: Marco Nussbaumer
Ad hoc-Chor Urdorf, Dirigentin: Géraldine Marmier
Choeur Francophone de Zurich, Dirigentin: Géraldine Marmier
Chor „PhoniXang“, Dirigentin: Nathalie Musardo Sigrist
Kinder- und Jugendchor Russikon, Kinderchor des Lycée Français de Zurich, am Konzert als Gesamtchor geleitet von Géraldine Marmier

 

Die grosse Herausforderung
„Wow, bombastisch!“ war meine erste Reaktion, als ich erfuhr, dass wir am „Konzert in der Kirche“ zusammen mit der Stadtmusik Dietikon (SMD) das Werk „After the Storm“ von Stephen Melillo aufführen würden und ich es mir sogleich auf Youtube anhörte. Aber würden wir Sängerinnen und Sänger es schaffen, dieses sehr dynamische, rhythmisch anspruchsvolle und mit vielen schrägen Tönen durchsetzte Stück in unsere Köpfe zu bekommen? Unsere Dirigentin Géraldine Marmier nahm sich viel Zeit, die verschiedenen Abschnitte, die sich zwischen wilden und ruhigen Sequenzen beziehungsweise zwischen Sturm und Licht bewegten, mit uns schrittweise einzuüben. Die Begeisterung für diese für uns ziemlich ungewohnte Musik war anfänglich bei vielen unter uns nicht gerade ausufernd, doch mit der Zeit begannen wir das Werk immer besser zu verstehen. Zusätzlichen Schub verliehen uns dann noch die Unterstützung durch die Korrepetitorin Mélissa Dessainge am Singsaalflügel an unseren Proben, das Chorwochenende mit allen Erwachsenenchören in Unterwasser und natürlich die beiden Gesamtproben mit der SMD. Ihr Dirigent Marco Nussbaumer, für den „After the Storm“ eine Herzensangelegenheit war, verstand es, uns rund 70 Singenden der drei Erwachsenenchöre die Rolle in den verschiedenen Teilen des Werks zu erklären: Manchmal seien wir als Chor einfach Teil des Orchesters, manchmal aber hätten wir auch den Hauptpart zu übernehmen. Und nach und nach spürten wir: Dieses Stück kann man nicht einfach mit dem Intellekt singen, die Töne müssen aus dem Herzen kommen. Weil es uns dann tatsächlich gelang, uns von der Stimmung, welche Melillos Musik versprüht, tragen zu lassen, vermochte „After the Storm“ in der zweimal vollbesetzten Kirche rundum zu begeistern. Es war äusserst eindrücklich, was dieses grosse Ensemble aus Musikern und Sängerinnen und Sängern da zustande brachte!

Der Konzertteil der Chöre
Nachdem die SMD das Konzert mit drei konzertanten Stücken eröffnet und zusammen mit uns Erwachsenenchören „After the Storm“ zum Besten gegeben hatte, durften sich die Chöre einzeln mit einer Darbietung präsentieren.
Zuerst waren wir vom Ad hoc-Chor Urdorf an der Reihe. Wir sangen „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern, der das Thema Wehmut in einen berührenden Klangteppich gepackt hat. Einmal mehr verstand es unsere Dirigentin Géraldine, unserem Chorklang feine gestalterische Nuancen zu verleihen, was zur Folge hatte, dass das Lied das Publikum offenbar im tiefsten Innern berührte – der Applaus war jedenfalls überwältigend!
Auch die Vorführungen der andern Chöre machten den Zuschauern viel Freude. Sie führten ihnen mit ihren Beiträgen eine breite Palette verschiedenster Stilrichtungen vor Augen bzw. zu den Ohren. Die beiden Kinderchöre, die das Konzert gemeinsam bestritten, griffen dabei als letzte ins Geschehen ein und erfreuten das Publikum mit ihrer erfrischenden Interpretation von „Hakuna Matata“ aus dem Walt Disney-Film „Der König der Löwen“.
Anschliessend sang der rund hundertköpfige Gesamtchor „We are the World“ von Michael Jackson auf Züritüütsch – natürlich auch das ein grosser Publikumserfolg!

Zum Schluss alle gemeinsam
Die Dramaturgie, die sich das Dirigententeam ausgedacht hatte, stimmte perfekt, denn jetzt folgte der krönende gemeinsame Abschluss mit der SMD und allen Chören. Zuerst überzeugte diese „Klanggemeinschaft“ mit drei Liedern aus „Les Choristes“ von Bruno Coulais, wobei Géraldine, als Dirigentin zum ersten Mal vor einem solch grossen Orchester stehend, einen eindrücklichen Einstand gab. Nach Offenbachs „Can Can“, der das Publikum von den Sitzen riss, folgten als bereichernde Zugaben noch der Gospel „O Happy Day“ sowie „Sieh doch all‘ die Lichter“ aus „Home alone“, eine wunderschöne Hymne, die das Publikum und die Teilnehmenden in eine ruhige, besinnliche Vorweihnachtszeit entliess.

Fazit
Als die letzten Töne verklungen waren, erfasste wohl uns alle ein ganz spezielles Glücksgefühl: Wir hatten Teil eines äusserst gelungenen Gemeinschaftskonzerts sein dürfen und dabei zuvor fast unlösbar scheinende Herausforderungen bravourös gemeistert.

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Anschliessend gab es am Sonntagabend für unseren Chor noch einen wohlverdienten Ausklang.

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Text: Toni Blaser Fotos: Christian Murer / Urs Schelbert / Coni Gasser